

"An einem herrlichen Allgäuer Sommertag mache ich mich auf nach Probstried. Hier, etwas oberhalb des malerischen Dörfchens, soll sich ein lohnendes Ausflugsziel befinden, so die Einheimischen: die "Kunstschmiede Ludwig Schweier". Über einen schmalen Weg, der stetig bergauf führt, erreiche ich das bezaubernde Anwesen in absoluter Alleinlage. Fast märchenhaft wirkt das von Wein berankte Haupthaus mit dem paradiesischen Garten und dem einzigartigen Ausblick. Ich genieße die freie Sicht über Kempten und das gesamte Oberallgäu bis weit hinein in die Allgäuer Alpen. Hier an diesem besonderen Ort ist der "Rosenschmied" zuhause. Diesen Beinamen hat der bekannte Kunstschmied Ludwig Schweier von Kollegen bekommen, nachdem er angefangen hatte, immer wieder filigran gestaltete Rosen in seine Werke zu integrieren. Dabei hatte er ursprünglich nur eine einzige Rose machen wollen, sie war ein besonderes Geburttagsgeschenk für seine Frau Doris. Doch dieses Symbol ist fortan zu einer Art Markenzeichen geworden.
Von der Ehefrau des Meisters, Doris Schweier werde ich freundlich begrüßt und sie führt mich gleich in den "Schweierischen Ausstellungsgarten". Ich bin fasziniert von der zauberhaften Atmosphäre. Ein von Blumen gesäumter Bach plätschert leise vor sich hin und führt quer durch das satte Grün zu einem von Bambus eingewachsenen Teich. Im Hintergrund der liebevollst angelegte Bauerngarten mit Kräuterbeet, Beerensträuchern und alten Obstbäumen. "Lilli", eine der fünf Hauskatzen, taucht aus dem Nichts auf, streckt sich und sucht sich ein sonniges Plätzchen zum weiterdösen.
Zwischen all dem findet sich eine Vielfalt verspielt anmutender Skulpturen -vorzugsweise Tierfiguren jeder Größe und Gattung. Pilze und Sonnen-
blumen aus Schmiedebronze sprießen aus dem Boden, metallene Enten watscheln übers Gras und von hoch droben schaut der kunstvoll gearbeitete Wetterhahn dem tierischen Treiben zu. Doch auch Wasserspiele, Gartenlampen, Bänke und Stühle aus Metall lassen mich erkennen, daß es sich bei dem Hausherrn um einen Kunstschmied handelt, der seinen Beruf liebt. Kreativität, Leidenschaft und die Verwandlung des harten Metalls haben seinen ganz eigenen Stil geprägt. Mit seinem künstlerischen Einfühlungsvermögen und mit Hilfe von Hammer, Amboss und Schmiedefeuer schlägt er das Metall in die gewünschte Form. Sein bevorzugtes Material ist die rostfreie und pflegefreie Schmiedebronze.

Inzwischen hat Ludwig Schweier einen großen Kundenstamm in ganz Deutschland. Seine Arbeiten werden aber auch weltweit begehrt und so kann es auch schon mal sein, dass ein Stück "Schweiersche Schmiedekunst" nach Dubai oder Übersee geht. Besonders in seiner Heimat, dem Allgäu, findet man immer wieder seine unverkennbare Handschrift in Form von geschmiedeten Gartentüren, Fenstergittern und Sitzgarnituren an Häusern und in Gärten. Feldkreuze säumen Wald- und Wiesenhaine und auf manch einem Friedhof steht ein "Schweierisches Grabkreuz".
Ludwig Schweiers jahrelange Erfahrung in Bearbeitung von Metall zeigt sich auch in seinen Restaurationsarbeiten, die das Kennen verschiedenster Stilrichtungen voraussetzt. So konnte er bei Restaurationsarbeiten an der Ottobeurer Basilika sein Können zeigen und ersetzte die Liliensträuße auf den Dächern.
Selbstverständlich ist es auch möglich dem Künstler bei seiner Arbeit persönlich über die Schulter zu schauen. Und wer von "geschmiedeter Gebrauchskunst" für das eigene Zuhause träumt, kann sich entweder etwas ganz individuelles vom Meister schmieden lassen, oder sich eines der faszinierenden Werke aus dem Ausstellungsgarten aussuchen."
(Quelle: Trends und Lifestyle im Allgäu; Verlag: Umschau)